Energetische Sanierung: Ablauf und GEG-konforme Ausführung erklärt
· E. Dauti GmbH, Stuckateurmeisterbetrieb
Wer sich über energetische Sanierung informiert, landet schnell bei Anträgen, Beratern und Bürokratie — und selten bei der Frage, die am Ende über das Ergebnis entscheidet: Wie wird die Maßnahme handwerklich richtig ausgeführt? Hier ist der Ablauf aus Sicht des Betriebs, der seit 1995 Gebäudehüllen dämmt, verputzt und ausbaut.
Schritt 1: Bestandsaufnahme — wo verliert das Gebäude Wärme?
Am Anfang steht keine Broschüre, sondern eine ehrliche Begehung: Wie ist die Außenwand aufgebaut, welcher U-Wert liegt an, wo sitzen Kältebrücken (Fensterstürze, Balkonplatten, Rollladenkästen), gibt es Feuchte- oder Schimmelstellen? Daraus ergibt sich die Priorität. Bei ungedämmten Gebäuden der 1950er- bis 1980er-Jahre ist die Außenwand fast immer der größte Hebel — sie stellt die größte Fläche der Gebäudehülle.
Schritt 2: Die richtige Maßnahme wählen
- Fassadendämmung (WDVS): der Standard für freistehende Fassaden — EPS, Mineralwolle oder Phenolharz, mit neuem Oberputz
- Innendämmung: die Alternative bei erhaltenswerten oder geschützten Fassaden — kapillaraktive Systeme wie Kalziumsilikat, bauphysikalisch korrekt geplant
- Dachschrägen-Dämmung: Zwischen- und Untersparrendämmung, meist kombiniert mit dem Dachgeschossausbau
- Flankierende Putzsysteme: diffusionsoffene Ober- und Innenputze, die zur gedämmten Konstruktion passen
Schritt 3: GEG-konform dimensionieren
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024) setzt die Leitplanken: Sanierte Außenwände müssen einen Maximal-U-Wert von 0,24 W/(m²K) einhalten; gut dimensionierte Systeme erreichen 0,14–0,20 W/(m²K). Die Dämmdicke ergibt sich aus dem Ist-Zustand der Wand und dem Zielwert — das rechnen wir bei der Bestandsaufnahme konkret durch, statt mit Standarddicken zu arbeiten.
Schritt 4: Die Ausführung — hier entscheidet sich alles
Eine Dämmung wirkt nur lückenlos: systemkonforme Verklebung und Dübelung nach Zulassung, geschlossene Kältebrücken an jedem Fenstersturz und jeder Balkonplatte, luftdicht verklebte Dampfbremsen im Dach, diffusionsoffene Oberputze. Jede „Kleinigkeit", die auf der Baustelle abgekürzt wird, taucht später als Tauwasserschaden, Rissbild oder Schimmelecke wieder auf. Beim Mehrfamilienhaus Düsseldorf-Pempelfort (1.420 m² WDVS, 2023) haben wir den U-Wert von 0,22 auf 0,15 W/(m²K) verbessert — die Bewohner blieben während der gesamten Maßnahme im Haus, und jede Schicht ist mit Einbauprotokollen und Fotos dokumentiert.
Schritt 5: Dokumentation und Meisterabnahme
Zum Abschluss gehören die Nachweise: Einbauprotokolle, Materialnachweise, Fotodokumentation — und die persönliche Abnahme durch den Stuckateurmeister. So ist belegt, dass die Maßnahme so ausgeführt wurde, wie sie dimensioniert war. Ein angenehmer Nebeneffekt der sanierten Hülle: Die häufigste Schimmelursache — Kondensat an kalten Außenwänden — ist dauerhaft beseitigt, und die Energieeffizienzklasse im Energieausweis verbessert sich.
Häufige Fragen zur energetischen Sanierung
- Was zählt alles zur energetischen Sanierung?
- Alle Maßnahmen, die den Energiebedarf eines Gebäudes dauerhaft senken. An der Gebäudehülle sind das: Fassadendämmung (WDVS), Dach- bzw. Dachschrägen-Dämmung, Innendämmung, Kellerdeckendämmung sowie diffusionsoffene Putzsysteme. Dazu kommen Fenster und Heizung, die wir auf Wunsch mit Partnerbetrieben koordinieren.
- In welcher Reihenfolge saniert man am sinnvollsten?
- Als Faustregel: erst die Gebäudehülle, dann die Technik. Eine gedämmte Hülle senkt die benötigte Heizleistung — dadurch kann die neue Heizung kleiner dimensioniert werden. Innerhalb der Hülle priorisieren wir nach Befund: Wo verliert das Gebäude am meisten Wärme, wo gibt es Feuchte- oder Schimmelprobleme?
- Was verlangt das GEG 2024 konkret?
- Wer Außenbauteile saniert, muss Mindest-Dämmwerte einhalten — bei Außenwänden z.B. einen Maximal-U-Wert von 0,24 W/(m²K). Fachgerecht dimensionierte Systeme unterschreiten diesen Wert deutlich. Entscheidend ist die dokumentierte, systemkonforme Ausführung — dafür steht der Meisterbetrieb.
- Muss ich während der Sanierung ausziehen?
- Bei Maßnahmen an der Fassade nein — die Arbeiten finden außen statt. Referenz: Beim 1.420-m²-WDVS in Düsseldorf-Pempelfort blieben alle Bewohner im Haus. Innendämmung und Dachausbau führen wir raumweise aus.
- Was kostet eine energetische Sanierung?
- Das hängt von Gebäude, Maßnahmenumfang und Substanz ab — seriös geht nur individuell. Nach einer kostenlosen Bestandsaufnahme mit U-Wert-Berechnung erhalten Sie ein schriftliches, verbindliches Angebot ohne versteckte Nachträge.
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